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Bericht über die Wallfahrt der Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt Alstätte/Ottenstein vom 04.04. bis 15.04.16 nach Santiago de Compostela

von Willi Ellerkamp

Pastor Volmer und Willi Ellerkamp 46 Alstätter und Ottensteiner machten sich zusammen mit ihrem Pastor Johannes Volmer am 04. April auf eine 12-tägige Wallfahrt der Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt Alstätte/Ottenstein nach Santiago de Compostela. Am vergangenen Freitag kehrten sie mit vielen Erlebnissen und besonderen Eindrücken in ihr Heimatdorf zurück.
In den frühen Morgenstunden hatten sie sich auf dem Weg gemacht und erreichten am späten Nachmittag die französische Stadt Lyon, wo sie vor der Weiterreise zum ersten Ziel, dem Marienwallfahrtsort Lourdes, übernachteten.
Nach ca. 700 km erreichten die Pilger am Nachmittag des nächsten Tages den Wallfahrtsort Lourdes, bezogen ihr Hotelzimmer und erreichten nach einem 10-minütigen Fußmarsch die Heilige Stätte. Dort war die Grotte, in der die Gottesmutter im Jahre 1858 der 14-jährigen Bernadette Soubirous, Tochter eines Taglöhners, mehrfach erschienen ist, das erste Ziel der Pilger. Abends waren sie dann nochmals zur Lichterprozession auf dem Wallfahrtsgelände mit einigen tausend anderen Pilgern.

Am darauffolgenden Tag beteten die Alstätter und Ottenstein den dortigen Kreuzweg. Dann hieß es aber schon wieder weiterfahren zum nächsten Ziel, dem Jakobsweg, der die Pilger nach Santiago de Compostela führen sollte. Es ging über die noch schneebedeckten Pyrenäen, durch den Ibaneta-Pass, Richtung Pamplona. Unterweg sahen sie viele Pilger auf dem Pilgerweg. Mit einigen hatten sie während der Mittagspause in Roncesvalles Gelegenheit, sich auszutauschen. Dann ging es weiter mit dem Bus entlang dem Jakobsweg zur Provinzhauptstadt Pamplona, die durch ihr jährliches Stierrennen in der Altstadt besonders bekannt geworden ist. Durch die Stadtführerin Rosemarie erfuhren die Wallfahrer weitere interessante Einzelheiten dieser Großstadt.
Die Pilgergruppe beim WandernEin besonderes Erlebnis war für die meisten Pilger aus Alstätte und Ottenstein am nächsten Tag die Wanderung auf dem Jakobsweg. Nach etwa 2 Stunden erreichten sie den Orts Puente la Reina, wo sich die beiden französischen Jakobswege treffen und zusammen weitergeführt werden. Da das Wetter sehr gut mitspielte, unternahm die Pilgergruppe unter Führung des spanischen Reisebegleiters und Wanderführers Antonio (Toni) nach einer Mittagsstärkung eine weitere Wanderung über der römischen Route zum auf einem kleinen Hügel gelegenen Orts Cirauqui und holten sich auch dort als Nachweis ihrer Wanderung einen Stempel vom örtlichen Pilgerbüro ab. Weiter ging es nach Santo Domingo de la Calzada, wo in der dortigen Kathedrale in einem Hühnerstall ein Hahn und ein Huhn gehalten werden. Dieses geht auf eine Legende zum Jakobsweg zurück.
Am Vormittag des darauffolgenden Tages stand bei den Pilgern eine Besichtigung der Provinzhauptstadt Burgos auf dem Programm. Die Stadtführerin Mercedes führte die Pilger zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten, u.a. zur Kathedrale, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben wurde. Sie erklärte, dass die Stadt Burgos in einer Höhe von 856 m die kälteste Großstadt Spaniens sei (9 Monate Winter).
Spontan entschieden sich die Pilger, nachmittags noch eine Wanderung über ca. 3 km einzuplanen. In der Nähe des Ortes Ledigos wanderten sie dann bis zu einem Rastplatz, auf dem sie nach der Wanderung einen Gottesdienst in freier Natur unter einer Mittelmeer-Steineiche feierten. Dieser Gottesdienst wird noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. Nach dem Gottesdienst besuchte man die Stadt Sahagun und fuhr anschließend weiter zur Provinzhauptstadt Leon.
Nach einer Stadtbesichtigung Leon am folgenden Tag mit der Stadtführerin Elena (Kathedrale, Panteon San Isidoro und Altstadt) und einer Stärkung mit einer Tasse Café con Leche ging es weiter in Richtung Santiago de Compostela. Unterwegs hieß es dann noch einmal, die Wanderschuhe anziehen und von San Gusto de la Vega bis Astorga zu wandern. Mit dem Bus erreichten dann die Pilger ihr eigentliches Ziel Santiago de Compostela. Nach dem Zimmerbezug und vor dem Abendessen machten sich noch einige auf den Weg zur Kathedale des Hl. Jakobus und verschafften sich einen ersten Eindruck.
Weitere Informationen sollten am nächsten Tag durch die Stadtführung Rosa erfolgen. Doch vorab besuchten die Wallfahrer aus Alstätte und Ottenstein in der Krypta der Kathedrale den Schrein mit den Reliquien des Hl. Jakobus, umarmten die Jakobus-Skulptur hinter dem Hochaltar und nahmen anschließend an der internationalen Pilgermesse in der Kathedrale teil. Freude kam bei allen Pilgern auf, als nach dem Hochamt der berühmte Batafumeiro (Weihrauchfass) durch das Querschiff geschwenkt wurde. Es handelt sich dabei um ein etwa 1,60 m großes Weihrauchfass, das an einem etwa 30 m langen Seil von der Decke hängt und bei hohen Feiertagen oder auf Bestellung nach dem Hochamt von acht Männern in Bewegung gesetzt und bis hoch unter die Decke geschwungen wird. Das war schon ein Erlebnis. Am Abend trafen sich die Pilger dann in einem Raum des Hotels, um bei den Klängen des Akkordeons von Willi Ellerkamp viele Volkslieder zu singen. Dieses fand großen Anklang.
Ein weiteres besonderes Erlebnis hatten die Pilger, als sie am darauffolgenden Tag in der größten Kapelle (Maria Pila) eine eigene Messe feiern durften. Pastor Volmer hatte sich für die Predigt den Leitsatz des Jakobsweges „Der Weg ist das Ziel“ ausgesucht. Nach einem freien Nachmittag versammelten sich die Pilger vor dem Abendessen in einem besonderen Raum des Hotels, um die gekauften religiösen Gegenstände vom Pastor segnen zu lassen.
Dann hieß es am kommenden Morgen wieder Abschied zu nehmen. Die Koffer wurden wieder im Bus verfrachtet und zur Nord-West-Spitze Spanien, nach La Coruna. Als Stadtführerin konnte Carla viele Sehenswürdigkeiten neben dem Herkulesleuchtturm aus der Römerzeit den Wallfahrern zeigen. Gegen 18:00 Uhr erreichte man den kleinen Fischerort Candas bei Gijon am Kantabrischen Meer (Atlantischer Ozean). Es war ein sehr reizvoller Ort, wo man sich sofort wohlfühlen konnte.
Entlang des kantabrischen Meeres ging es am nächsten Tag mit einer Stadtrundfahrt weiter nach Santander, der Hauptstadt Kantabriens und beliebter Badeort Nordspaniens. In dem beschaulichen Ort Hondarribia, nur wenige Kilometer von der französischen Grenze konnte die Pilgergruppe zum letzten Mal spanische Luft und Lebensart schnuppern, denn dann hieß es, Weiterfahrt nach Frankreich, Übernachtung im Raum Blois, Vorbeifahrt an Paris, durch Maastricht und dann hatte der sehr umsichtige Busfahrer Paul Kürten die 46 Pilger nach insgesamt 4.800 km wieder heil im Heimatort abgeliefert. In einigen Wochen sollen alle Pilger nochmals eingeladen, um mit gewissem Abstand diese gelungene Pilgerreise noch einmal Revue passieren zu lassen.

Gruppenfoto Wallfahrt 2016