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Glasgestaltung

Entwurf zur Glasgestaltung der Aussegnungshalle Alstätte-Ottenstein 2016

„Zum Paradies mögen Engel dich geleiten, die heiligen Märtyrer dich begrüßen

und dich führen in die heilige Stadt Jerusalem. Die Chöre der Engel mögen dich empfangen

und durch Christus, der für dich gestorben ist, soll ewiges Leben dich erfreuen.“

Zeichnung: Kertin Hofmann

Hinweis: Die Darstellung der Engel sind zur Zeit Entwürfe und können noch geändert werden. (Stand: 16.12.2016)
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Das Himmlische Jerusalem in Verbindung mit den Engeln soll zur Darstellung gebracht werden. Auf diesen Liedtext, welcher bei der Trauerfeier gesungen wird,  möchte ich auf Wunsch von Pfarrer Wiemeler Bezug nehmen, sowie auf den Originaltext zur Apokalypse aus der Offenbarung des Johannes.

Die Apokalypse beschreibt den Ort und Zustand der ganzen Schöpfung nach dem allgemeinen Gericht, bei dem alle Menschen die Leiber zurückerhalten haben.

Die Stadt, deren Gassen wie glänzendes Gold aussehen, hat keinen Tempel mehr, sondern das Lamm Gottes selbst leuchtet auf dem Thron in der Mitte.“ Es wird sein ein nie erlöschendes Licht und goldener Glanz“. Der erste Himmel und die erste Erde werden vergangen sein. Die Stadt bedarf keiner Sonne, noch des Mondes. Es wird keine Nacht mehr geben. Die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie. Ihre Leuchte ist das Lamm auf dem Thron, als Symbol für Christus der sich geopfert hat und wieder auferstanden ist.

Nur die reinen Herzens sind werden dort sein: „Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“ Matthäus 5,8

Die Seligen stehen zusammen mit den Engeln um den Thron. Es wird sein ein paradiesischer Zustand vollkommener Freude. Es gibt kein Leid, keine Trauer und keine Tränen mehr. Die Distanz zwischen Mensch und Gott wird endgültig aufgehoben und überwunden sein. „Siehe ich mache alles neu. Wer überwindet, der wird alles erben!“

Betritt man den Raum der Aussegnungshalle, so schaut man auf die Ausgangstür, hinter der der Weg weiter geht auf dem Friedhof bis zum Kreuz am Ende des Weges.

„Es soll weiter gehen!“ sagte mir eine liebe Freundin,  die bald sterben wird. So sehen wir auf der Tür einen Gang der weiter führt, hin zu einer Lichttür. Angedeutet im Licht der Thron, darauf das Lamm Gottes, von welchem das Licht in der Himmlischen Stadt ausgeht.

Christus sagt:    „Ich bin die Tür. Ich bin das Licht der Welt. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“

Auf der Tür sieht man einen Weg zum Licht, er führt durch einen Gang (einem Kreuzgang nachempfunden). Durch die Seitenbögen fällt Licht von außen, welches sich auf dem Boden spiegelt. Diese Lichtschatten wechseln sich ab mit dem Schatten der Säulen. Die Säulen sind ultramarinblau, wie der Saphir, der für Christus steht. Das Licht ist goldgelb. Das Licht Gottes strömt aus, ausgehend vom angedeuteten Lamm im Lichtkreis auf dem Thron. Von dort ausgehend fließt das Wasser des Lebens auf die Gemeinde zu. Ein Ausblick ins Himmlische Jerusalem. Das Wasser des Lebens verbindet das Gegenwärtige mit dem Zukünftigen.

Zu beiden Seiten der Tür ist oben ein Fries von jeweils sechs Engeln zu sehen, welche sich auf die 12 Engel vor den Toren der Heilige Stadt beziehen, wie beschrieben in der Offenbarung des Johannes. Die Heilige Stadt ist quadratisch, eine große hohe Mauer umgibt sie. Zwölf Tore befinden sich dort, auf jeder Seite drei Tore. Davor zwölf Engel, den zwölf Stämmen Israels zugeordnet. Weiterhin zwölf Grundsteine den zwölf Aposteln zugeordnet. Die zwölf Tore werden als Perlen beschrieben (glänzend hell). Zwölf Edelsteine sind die Grundsteine.

Ich habe die zwölf Edelsteine, welche in genauer Reihenfolge aufgeführt sind, den Engeln zugeordnet und ebenso deren Farbigkeit und ihre Geste. Die Edelsteine entsprechen den Farben des Regenbogens, Zeichen für den Bund Gottes mit dem Menschen.

Linke Seite der Tür:

Der erste Stein ist der Jaspis, auch Heliotrop genannt, früher leuchtend grün mit roten Einschlüssen, auch Blutstein oder Christusstein genannt. Er bringt Erlösung. Ich habe diesen Engel mit der alten Segensgeste mit geöffneten Händen nach oben dargestellt.

Der zweite Stein ist ein Saphir, ultramarinblau bis indigo. Er wird ebenfalls Christus zugeordnet: „Das Wesen des Himmels selbst“. Hildegard von Bingen ordnet ihm die heilende Geste der schützenden Hände zu.

Foto: Kerstin HofmannDer dritte Stein ist ein Calzedon, ein helles Blau, himmelblau. Er wird Maria zugeordnet, auch Mondstein genannt. Er steht für eine Verbindung zum Himmel. Ich habe ihm die Flöte als Himmelsmusik zugeordnet.

Der vierte Stein ist ein Smaragd, grün-blau. Er steht für Liebe und Opfer. Als Bild des „Kelch Christi“ trägt der Engel eine Schale.

Der fünfte Stein ist der Sardonyx. Der Onyx (rot-schwarz), früher auf dem Brustschild der Hohepriester getragen, als Zeichen für den Kampf zwischen Licht und Finsternis ist überwunden. Der Sardonyx verbindet rot und weiß (Sardis bedeutet Mensch; das rotorange und Licht-weiß bedeutet Leben). Der Mensch steht noch zum Teil im Feuer und wird durch Heilung ins Licht gebracht. Die Geste der überkreuzten Hände vor der Brust zeigt dieser Engel. Die Farbe Rot hellt sich nach oben auf.

Der sechste Stein ist der Sardis, auch Karneol genannt, leuchtend orangefarben. Er steht für Begeisterung und brennende Liebe. Die Seraphim werden mit Feuerflügeln dargestellt.

Rechte Seite der Tür:

Der siebte Stein ist ein Chrysolith, Goldstein, leuchtend goldgelb bis grünlich, auch „Stern von Bethlehem“ genannt, der Jungfrau zugeordnet. Eine betende Geste und ein Stern werden  dem Engel zugeordnet.

Der achte Stein ist ein Beryll. Ich habe hier einen rosa Beryll, einen Morganit, ausgewählt. Er steht für Lasten tragen. Dieser Engel zeigt eine tragende und empfangende Geste mit einer Rose.

Der neunte Stein ist ein Topas, preußisch blau, hell. Er steht für „Erhörung“ und Rat, deshalb hat der Engel den Blick nach oben gewendet und die Hände nach oben geöffnet.

Entwurf: Kerstin HofmannDer zehnte Stein ist ein Chrysopras, ein helles Grün bis Türkis, „hell klingend“. Der Engel spielt die Geige (Himmelsmusik).

Der elfte Stein ist der Hyazinth, ein Zirkon, vulkanischen Ursprungs, kraftvoll, zinnoberrot. Er stärkt die Herzkräfte.

Der zwölfte Stein ist ein Amethyst, violett. Er steht für überwundene Sünde, Demut und Gnade. Dieser Engel hat das Haupt geneigt und die Hände vor der Brust verschränkt.

Die Engel stehen wie ein Regenbogen um den Thron Gottes und nur durch sie bekommt der Mensch Einlass in die Himmlische Stadt.

„Engel und Edelsteine sind Lichtgeschöpfe Gottes“  sagt Hildegard von Bingen. In den Edelsteinen zeigt sich das Licht des Regenbogens am meisten verdichtet auf der Erde.  Mit Hilfe der Leuchtkraft können sie Heilungsprozesse auslösen.

Materialbeschreibung und Bezug zur Gesamtgestaltung des Friedhofs

Die klare und aufrechte Haltung und Darstellungsweise der Engel findet sich auch in den Skulpturen vor dem Ausgang, dem St. Georg und der Pieta wieder. So haben die Engel nichts Verspieltes und lassen nur leichte Bewegung erkennen, um dem klaren Entwurf des Architekten gerecht zu werden und dessen Ausdruck noch zu verstärken.

Das Material der Scheiben wird sandgestrahltes Glas sein, sodass die Glasmalerei der Kapelle von innen wie von außen zu sehen ist. Die Scheiben werden dadurch etwas matter und von außen nicht einsehbar sein.

Auf der Tür befindet sich ein Kreuz, welches die Fassung der Türen mit einbezieht. Die vertikale Achse wird im oberen Teil durch ein angesetztes Metallteil verlängert. Wird die Tür geöffnet, so blickt man auf einen Weg, der ebenfalls zu einem  Kreuz hinführt.

Die Aufteilung der Gestaltung auf der Ausgangstür ist dem Grundriss des Friedhofs nachempfunden (siehe Zeichnung). Das Kreuz am Ende befindet sich in einem Halbrund, welches durch die Beetgestaltung der Umgebung zu einem Ganzen ergänzt wird. Die Hecken an den Seiten des Mittelweges  führen den Säulenweg fort, welcher auf der Tür angedeutet wird.

Entwurf in der Aussegnungshalle:
Bild: Kerstin Hofmann

 

von Kerstin Hofmann